"VIEWS" - Marc-Uwe Kling, Ullstein-Verlag, TB 14,99 €
Aktuell, brisant und spannend zu lesen - ein fesselnder Krimi, der im Heute geschrieben ist:
Die 16-jährige Lena Palmer verschwindet spurlos. Drei Tage später taucht sie in einem verstörend brutalen Video wieder auf, welches in atemberaubendem Tempo viral geht.
BKA-Kommissmissarin Yasira Saad soll Lena finden und die Täter identifizieren. Ihr bleibt wenig Zeit, denn schon gibt es erste gewalttätige Demonstrationen in deutschen Städten. Eine rechtsradikale Gruppierung namens »Aktiver Heimatschutz« gewinnt rasant an Zulauf. Kann Yasira die Täter verhaften, bevor der Lynchmob zuschlägt und der Rechtsstaat zu wanken beginnt?
Empfohlen von Peter Lengwenings,
Vorsitzender FuF
Rachel Khong, Real Americans, Kiepenheuer &Witch, 24 €
Dieser 500 Seiten Roman ist sicher eine „historische Fiktion“ und doch wird er nicht nur in ganz Amerika gelesen, sondern auch bald in ganz Deutschland.
Mit dem Jungen Nick und seiner Familie erleben wir über drei Generationen, wie die echten Amerikaner denken und leben und wie die chinesisch-amerikanische Familie kämpft, dazu zu gehören.
Der Roman beginnt im Jahr 1999 mit Lily Chen und ist der erste von drei Teilen des Buches. Man wird richtig angenehm in das Leben der Personen hineingezogen. Aber dann wird es vielschichtiger und richtig spannend, weil man fast nicht glauben mag, welche Verwicklungen das Schicksal für einen bereit hält.
Am Ende tun sich einige Fragen auf, die der Leser dann im Urlaub lösen kann!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters,
Mitglied des Vorstands FuF
Marie-Janine Calic, Balkan-0dyssee,1933 – 1941, Verlag C.H.Beck, 28 €
Dieses Buch hat soeben auf der Buchmesse den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse2026 erhalten.
Die Autorin Marie-Janine Calic ist eine deutsche Historikerin und Professorin für die Geschichte Ost- und Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Politikberaterin. Sie schreibt hier über deutsche Emigranten auf der Flucht vor Hitler durch Südeuropa.
Die Balkanroute ist heute fast vergessen, oder bisher kaum bekannt, dass viele Tausend Menschen vor den Nazis in den 1930iger Jahren, über die Grenze nach Jugoslawien flohen, um später vielleicht in die USA oder nach Israel auszureisen. Juden und Nichtjuden, bekannte Schauspieler, Künstler und Schriftsteller, viele flohen in den Südosten Europas, alleine nach Jugoslawien 55000.
Viele der Emigranten sind mit Namen heute noch bekannt, wie der Schriftsteller Manès Sperber und Ernst Toller sowie die Schauspielerin Tilla Durieux. Aus den Briefen, Tagebüchern und Schriften einiger Zeitgenossen gibt die Autorin die Originaltöne der Flüchtenden und der damals herrschenden Zustände lebensecht und spannend wieder.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Liz Moore, Der andere Arthur, C.H.Beck Verlag,
26 €
Dies ist der neue Roman der Autorin des vielbeachteten Buches „Der Gott des Waldes“.
Hier treffen wir auf zwei völlig unterschiedliche Charaktere und erhalten einen Einblick in deren Leben. Zuerst erzählt uns Arthur Opp die Geschichte über seine Einsamkeit. Durch eine Verkettung von unglücklichen Zufällen und seiner Unfähigkeit mit dem Leben fertig zu werden, führt er nun ein abgeschiedenes Leben ohne Kontakte. Er ist 58 Jahre alt, lebt in dem Haus seiner Eltern, hat genug Geld zur Verfügung, futtert seinen Kummer in sich hinein, ist übergewichtig und kann kaum ein paar Schritte gehen, ohne aus der Puste zu kommen.
Als Universitätsdozent arbeitet er seit achtzehn Jahren nicht mehr. Er ist ewig nicht mehr vor der Tür gewesen. Sein einziger Kontakt, mit dem er mal reden kann, ist der Bote vom Lieferservice, wo er sich telefonisch seine Lebensmittel bestellt. Alles was er braucht, bestellt er im Internet.
Mittlerweile schämt er sich seines Aussehens, noch nicht mal eine Putzfrau möchte er in seine Wohnung lassen. Heimlich träumt er von einer Studentin, die vor vielen Jahren in seinen Vorlesungen war und mit der er sich gut verstanden hat. Sie hatten damals einen regen Briefverkehr, sich aber nie wieder getroffen. Wenn er sich besonders einsam fühlt, schreibt er ihr einen Brief, schickt ihn aber nie ab.
Dann kommt die andere Seite der Geschichte, die über Kel berichtet, den jugendlichen Sohn der Studentin, mit der Arthur Briefkontakt hatte. Über diesen Sohn hatte sie nie geschrieben, Arthur wusste gar nicht, dass es ihn gibt. Er lebte alleine mit seiner Mutter, die immer krank war und nicht wirklich für ihn da war. Aber er hatte Freunde, spielte gut Baseball und rechnete mit einem Sportstipendium, das ihn aus der traurigen Welt der Mutter herausholen würde. Als sie schließlich stirbt, hinterlässt sie ihm einen Abschiedsbrief, mit der Aufforderung, dass er sich bei Arthur Opp melden soll, was er auch macht.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Ken Follett, Stonehenge, Die Kathedrale der Zeit, Lübbe Verlag, 36€, 672 Seiten
Dieser neue Roman erschien Ende letzten Jahres und man braucht einige Wochen, um ihn zu lesen. Stonehenge bedeutet „hängende Steine“ und er spielt in der Steinzeit, vor 4000 Jahren in England.
Auf dieser Kult- und Sonnenanbetungsstätte stehen riesige Megalithen, aufrechtstehende Steine aus der Jungsteinzeit, 150 km von London entfernt, in Salisbury am Fluss Avon. Es ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Großbritanniens. Die Steine sind exakt auf den Sonnenstand der Sommer – und Wintersonnenwende ausgerichtet. Heute, wie seit Tausenden von Jahren, treffen sich die Menschen dort am kürzesten Tag des Jahres, dem 21. Dezember, zum Sonnenaufgang ab ca. 5.15 Uhr. Es soll getanzt, getrommelt und gesungen worden sein. In der Zeit, wo Stonehenge erbaut wurde, lebten dort Bauern, Jäger und Hirten mit unterschiedlichen Gesellschaftsformen, was sicher auch oft zu Streitigkeiten zwischen den Stämmen führte. Jeder wollte der Mächtigste sein. Man könnte sich vorstellen, dass der Bau dieser Anlage sich so zugetragen hätte. Ken Follett hat sich nun Personen entwickelt, die zu dieser Zeit gelebt haben könnten. So entstand Seft, ein begnadeter Feuersteinhauer, der später den Großteil der Anlage entwickeln wird, der von weit her zu den Ritualen der Sommersonnenwende wandert und sich in ein junges Mädchen verliebt. Ihre Schwester ist die Priesterin, die von einem Monument träumt, errichtet aus den größten Steinen der Welt. Dies fasziniert auch bald Seft und mit Hilfe von vielen kräftigen Männern und vielen Tricks gelingt es nach langer Zeit, das Unmögliche zu vollenden.
Wir wissen nicht, ob es so wirklich zuging, aber Ken Follett hat es geschafft, eine Geschichte aus der Steinzeit so spannend zu erzählen, als sei er dabei gewesen!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Boyle, T.C. No Way Home – Kein Weg zurück, Hanser Verlag, 28 €
Diese großartige Geschichte erzählt eine Dreiecksgeschichte, die ungeahnte Folgen nach sich zieht. Zwei Männer sind in dieselbe Frau verliebt, eigentlich nichts Neues! Aber hier schon!
Terry ist ein Assistenzarzt in Los Angeles, als seine Mutter in einem kleinen Ort in Nevada plötzlich verstirbt. Um ihren Nachlass zu regeln, er erbt ihr Haus, fährt er dorthin. In einem Lokal lernt er eine hübsche junge Frau kennen, Bethany.
Spontan nimmt er sie mit nach Hause und bietet ihr an, solange dort zu wohnen, bis sie eine eigene Bleibe gefunden hat, da ihr Freund sie betrogen hat und sie nach einem Krach aus der Wohnung warf. Das ist die Chance für Bethany, sie machen aus, dass sie sich auch um den Hund und das Haus kümmert, da er wieder an seine Arbeit muss.
Aber ihre Vorstellungen vom Kümmern sind vollkommen verschieden, sie lädt ihre Freundin ein, auch dort zu wohnen. Es werden Fernsehabende mit viel Alkohol und anderen Männern gefeiert und auch ihr Ex-Freund taucht wieder auf und will sie zurückerobern. Terry findet nur Müll und Flaschen, als er zurückkommt, totale Verwüstung. Aber Bethany hat eine große Anziehungskraft und er vergibt ihr wieder, selbst als der Ex-Freund ihm die Autoreifen zersticht und anpöbelt.
Nun wird es spannend, wohin diese Geschichte noch führt!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Mathijs Deen, Die Lotsin, Mareverlag,
2025
Bei der Küstenwache des deutschen und niederländischen Grenzschutz geht ein Notruf ein. Eine Klimaforscherin wird vermisst, die auf dem Weg von Grönland nach Kiel war und zu ihrem Mann nach Hause fuhr. Detailgenau erfährt man, wie es auf dem Forschungsschiff zugeht und was dort geschah und gesehen wurde. Die Bundespolizei verhört bereits die Besatzungsmitglieder auf dem Schiff. Ist die Forscherin tot und war es vielleicht sogar ein Suizid? Die Lotsin findet entscheidende Beweise und die Ermittlungen gehen in eine neue Richtung. Super spannend und brandaktuell!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Angélica Lopes, Die Frauen der Familie Flores, Hanser Verlag, 22 €
Dieser Roman spielt in Brasilien und geht über zwei Zeitebenen von 1918 in der Vergangenheit bis in die heutige Gegenwart. Die Frauen der Familie Flores verdienen in 1918 ihren Lebensunterhalt mit Stickarbeiten, die sie verkaufen. Die Hauptgeschichte ist hier die Geschichte der Stickerin Inéz und ihrer Freundin Eugênia.
Sie leben in einer Welt, in der Frauen noch nicht gefragt werden, ob und wen sie heiraten wollen und das bekommt Eugênia am eigenen Leibe zu spüren. Auch sagt man, dass auf den Frauen der Familie ein Fluch für sieben Generationen lastet, ihre Ehemänner kommen immer in jungen Jahren ums Leben. Doch Inéz und sie wollen sich das nicht einfach gefallen lassen.
Eugénia, die Freundin von Inéz Flores, soll mit einem reichen und sehr mächtigen Colonel verheiratet werden. Dieser ist Witwer, wesentlich älter und hat bereits zwei kleine Kinder. Eugénia soll für sie sorgen und dem Mann ein schönes Leben bereiten und später selbst Mutter werden. So möchten es ihre Eltern, die diese Ehe arrangiert haben. Eugénia ist darüber sehr unglücklich und möchte dies auf gar keinen Fall. Außerdem wird sie mit ihrem Ehemann auf eine abseitsgelegene Hazienda leben müssen, wo sie niemanden kennt. Sie überlegt sich einen Plan, wie sie aus dieser Ehe entkommen kann. Mit ihrer Freundin Inéz entwirft sie einen Trick, wie sie sich mit ihren Stickereien untereinander verständigen können. Schon in den Hochzeitsschleier stickt sie diese besonderen Zeichen ein, die nur für ihre Freundin lesbar sind. Sie bittet sie um Hilfe, dieser Ehe zu entkommen und will möglichst bald fliehen. In der Gegenwart ist es Alice, eine junge Frau, die sich sehr für Frauenrechte einsetzt und die als letzte Nachfahrin der Familie Flores in den Besitz des Schleiers kommt. Sie kommt hinter sein Geheimnis und damit auf die Spur ihrer Familiengeschichte und ihren Wurzeln.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Isabel Allende, Mein Name ist Emilia del Valle, Suhrkamp Verlag, 28 €
Endlich wieder ein neuer, fesselnder historischer Roman der „Meistererzählerin unserer Zeit“. Es ist die Geschichte von Emilia del Valle, die in San Francisco im Jahr 1866 geboren wird.
Ihre Mutter ist eine irische Nonne, wegen des Hungers in Irland mit ihrer Familie ausgewandet. Die Mutter verliebt sich in einen chilenischen Aristokraten und lässt sich verführen. Als sie ein Kind bekommt, ist der Chilene verschwunden. Sie heiratet einen Lehrer aus dem Armenviertel, der sehr liebevoll mit Emilia umgeht. Mir siebzehn Jahren veröffentlich sie erfolgreich Groschenromane und wird Reporterin bei einer Zeitung. Dann geht sie nach Chile, um ihren Vater dort zu suchen. Sie gerät in die Kriegswirren, weiß sich aber zu retten. Spannung garantiert!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Caroline Wahl, Die Assistentin, Rowohlt Verlag,
24 €
Gerade erschienen ist das neue Buch der Autorin, die mit den Vorgängern „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“ auf den Bestsellerlisten stand.
Mit viel Humor und Tiefgang erzählt sie hier über eine junge Frau, die in ihrem Beruf, im Vorzimmer eines Verlegers, in Situationen kommt, die für sie die Hölle sind.
Wie wird sie es schaffen, diese alltäglichen Angriffe mit Kraft und persönlichem Widerstand zu überleben?
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Isabel Allende, Mein Name ist Emilia del Valle, Suhrkamp Verlag, 28 €
Endlich ist wieder ein neuer, fesselnder historischer Roman der „Meistererzählerin unserer Zeit“ erschienen! Es ist die Geschichte von Emilia del Valle, die in San Francisco im Jahr 1866 geboren wird.
Ihre Mutter ist eine chilenische Nonne, die sich in einen chilenischen Aristokraten verliebt und verführen lässt. Als sie bemerkt, dass sie ein Kind bekommt, heiratet sie einen Lehrer aus einem Armenviertel, der sehr liebevoll mit Emilia umgeht und ihr in den nächsten Jahren alles beibringt, was sie für das Leben braucht.
Mit siebzehn Jahren veröffentlicht sie erfolgreich Groschenromane und wird Reporterin bei einer Zeitung. Da sie mehr über ihre chilenische Herkunft erfahren möchte, geht sie mit einem Kollegen von der Zeitung nach Chile, um über den Bürgerkrieg zu berichten. Mutig und eigensinnig geht sie ihren Weg, verdrängt alle Gefahren und gerät zwischen die Fronten des Krieges. Total packend!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Eva Mirasol, Staying alive,
Ullstein TB 14,90 €
Dieser mit viel schwarzem Humor getränkte "Medizinroman" erobert momentan die Bestsellerlisten! Aber viele von uns wissen (leider) aus eigener Erfahrung, dass vieles davon authentisch ist!
"Ich bin Ärztin, das ist so etwas ähnliches wie Arzt!"
So beginnt dieser Roman, der in der Hauptsache in einer Notaufnahme eines Berliner Krankenhauses spielt. Die frischgebackene Assistenzärztin Nicki startet gleich in der Rettungsstelle im großen Chaos. Überfüllte Wartezimmer und unzufriedene Patienten überfallen sie nun jeden Tag. Ihr bleibt kaum Luft zu atmen oder mal einen Schluck Wasser zu trinken.
Wir erleben die Höhen und Tiefen einer jungen Ärztin, voller scharfem Witz, Charme und Einblicken in den Krankenhausalltag. Dies ist mit ironichen Sätzen auf souveräne Art beschrieben und selbsterlebt von der Autorin, die Ärztin ist!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Benjamin Myers, Strandgut, Dumont Verlag, 24 €
Mit siebzig Jahren hat der ehemalige Soulsänger Earlon „Bucky“ Bronco noch nie das Meer gesehen.
Seit dem Tod einer Frau treibt er sich nun in Chicago herum und sein Highlight ist es, wenn er ein neues Rezept für seine Tabletten bekommt.
Da erhält er eine Einladung zu einem Soulfestival im englischen Scarborough, alles sei schon für ihn gebucht. Er erfährt, dass er in England so etwas wie eine Legende ist, in den USA sind seine wenigen Songs längst vergessen.
Als er sich seine alten Songs anhört, fällt ihm sogar der Text wieder ein und er nimmt allen Mut zusammen, fährt nach England und sieht nun endlich mal das Meer!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Ida Tannert, Crime im Heim,
Dumont Verlag, 17 €
Dieser außergewöhnliche Kriminalroman spielt im „Haus Silberblick“, einem progressiven Seniorenstift, in dem lauter eigenwillige Persönlichkeiten ihren Lebensabend verbringen. Sie nennen sich die „Grauen Stars“, da sie aus Langeweile und weil sie des Bastelns und Strickens müde sind, gerade eine Aufführung des Stückes Hamlet geplant haben. Ein ehemaliger Feuilletonchef leitet die Gruppe, doch vor der ersten Probe wird eine grausige Tat entdeckt: der Mops einer Darstellerin wird tot aufgefunden. Ein klarer Fall von Mord. Ein pensionierter Zahnarzt, der mit einem Nageletui die Obduktion durchführt, stellt fest, dass der Hund erschossen wurde. Nun setzen die rüstigen Detektive alles daran, diesen mysteriösen Todesfall aufzuklären. Ein rundum gelungenes Lesevergnügen!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Cay Rademacher, Nacht der Ruinen, Dumont Verlag, 24 €
Ein Kriminalroman, der in den Kriegswirren 1945 in Köln spielt.
Bei einem der letzten Luftangriffe auf Köln stürzt ein englisches Flugzeug ab, der Pilot kann sich mit dem Fallschirm retten, wird aber von Unbekannten nach seiner Landung ermordet.
Die Alliierten haben das linke Rheinufer kurz darauf schon besetzt und der US-Soldat Joe Salmon, der als Joseph Salomon in Köln aufwuchs, soll den Fall aufklären. Zusammen mit seinem Fahrer Gonzales folgt er ersten Spuren in der vollkommen zerstörten Stadt. Das ist nicht ungefährlich, denn neben Blindgängern, einstürzenden Mauern und Fleckfieber bedrohen ihn auch die noch immer überzeugten Nazis, die sich schon wieder ein warmes Plätzchen in der Gesellschaft und allen Institutionen gesichert haben. Sie werden gebraucht, in den Verwaltungen, bei der Polizei und in den Krankenhäusern. Joe muss sich aber auch mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen, denn er ließ seine beste Freundin, in die er hoffnungslos verliebt war und seinen besten Freund bei seiner Flucht zurück.
Immer wieder tauchen historische Personen wie Konrad Adenauer, George Orwell oder Irmgard Keun auf, sie verleihen dem Buch noch mehr Authentizität. Für dieses Buch war eine Menge Recherchearbeit nötig, sehr realistisch wurde der Zustand der Großstadt, die Zerstörungen und die überlebenden, traumatisierten Menschen geschildert.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Leon de Winter, Stadt der Hunde,
Diogenes Verlag, 26 €
Der Niederländer Jaap Hollander ist ein international bekannter Gehirnchirurg, ein Genie, der auch bei schwierigen Fällen oft eingesetzt wird.
Nun ist er gerade in den Ruhestand gegangen und nach Israel gereist. Hier wird er vom israelischen Präsidenten gerufen, bei einem wichtigen Patienten eine sehr komplizierte Gehirnoperation durchzuführen. Nur er könne es schaffen, da er der beste Neurologe der Welt sei.
Es geht um die einzige Tochter eines saudischen Scheichs, der ihm eine Milliarde Dollar bietet. Es sei egal, ob die Operation, die scheinbar aussichtslos ist, gelingt oder nicht. Da die Regierung in Israel eingeschaltet wurde, ist klar, dass es hier nicht nur um die Operation geht, sondern auch um Krieg oder Frieden. Da Hollander auch eine Tochter hat, die nach einem Besuch in Israel in der Wüste Negev als verschollen gilt, nimmt er den Auftrag an.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Roberta Recchia, Endlich das ganze Leben, Fischer Verlag, 24 €
Diese italienische Familiengeschichte packt den Leser sofort. Das Leben der ganzen Familie, die ein kleines, gut gehendes Lebensmittelgeschäft führt, wird durch ein tragisches Ereignis in den Sommerferien am Meer getroffen.
Nach einem nächtlichen Überfall einer Bande von Jugendlichen, wird die hübsche sechzehnjährige Tochter der Familie tot aufgefunden. Mit ihrer Cousine wollte sie sich heimlich mit ihrer Clique an einem Lagerfeuer am Strand treffen. Da ahnte man noch nicht, dass auch das andere Mädchen Opfer des Überfalls wurde, es aber bisher verschwiegen hat.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Ewald Arenz, Zwei Leben, Dumont Verlag, 25 €
In einem kleinen Dorf in Süddeutschland kommt die Bauerntochter Roberta nach einer Schneiderlehre in der Großstadt zurück. Man ist im Jahr 1971 und sie freut sich auf zuhause, auch wenn sie weiß, dass sie auf dem Bauernhof ihrer Eltern harte Arbeit erwartet.
Auf dem Nachbargrundstück lebt die Familie eines Pfarrers, mit dem Sohn Wilhelm, den sie schon seit Kindertagen kennt. Seine Mutter Gertrud, in der Stadt aufwuchs, hasst das Dorfleben und würde am liebsten weggehen, bleibt aber ihres Sohnes wegen dort.
Als sich Roberta und Wilhelm ineinander verlieben, ändert sich alles! Dieser Roman ist sehr stimmungsvoll geschrieben, man hat das Dorf vor Augen und kann die Kartoffelfeuer fast riechen!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters,
Andreas Eschbach, Die Abschaffung des Todes, Lübbe Verlag, 26 €
Der Autor, der mit seinen Büchern zum Beispiel: „Eine Billion Dollar“, Das Jesus Video“ und „Blackout“, einer der bekanntesten Science Fiction Autoren wurde, hat mit diesem Roman einen Thriller mit philosophischen Untertönen geschrieben.
Hier scheint die Unsterblichkeit nur ein paar Millionen Dollar entfernt! Natürlich drängeln sich nun die reichsten Menschen der Welt, die Ersten zu sein, die in den Genuss dieser Erfindung kommen, nach dem Motto "Es wäre doch superblöd, zu sterben, kurz bevor die Unendlichkeit zu haben ist"!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Thommie Bayer, Einer fehlt, Piper Verlag, 24 €
Georg, Paul und Schubert haben sich in den 70er Jahren auf einer wilden Italienreise kennengelernt und sind bis heute eng befreundet. Zeitweise liebten sie sogar alle die selbe Frau, was ihrer Freundschaft keinen Abbruch tat.
Nun ist aber Georgs Frau verstorben und er ist spurlos aus Wien verschwunden. Paul und Schubert gehen auf die Suche nach ihm, sie wollen ihm in dieser Situation beistehen, ihn nicht alleine lassen und reisen dafür nochmal nach Ligurien, suchen ihn in allen Städten, wo sie früher gewesen sind. Dabei kommen natürlich Gedanken und Bilder an alte Zeiten hervor und sie stellen fest, wie wichtig ihnen diese Freundschaft war und ist.
Wieder hat Thommie Bayer, der Autor von „Fallers große Liebe“ und “Das Aquarium“ , einen scheinbar leichten und vergnüglichen Roman geschrieben, über dem man sich aber Gedanken machen wird, diesmal zum Thema „Freundschaft“.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Bakker, Gerbrand, Der Sohn des Friseurs, Suhrkamp Verlag, 26 €
Der niederländische Autor des beeindruckenden Romans „Oben ist es still“, hat wieder einen Vater-Sohn Roman geschrieben, aber diesmal auf eine ganz andere Art und Weise!
Simon hat von seinem Vater den Friseursalon in Amsterdam übernommen, den schon der Großvater geführt hat. Bei einem Flugzeugabsturz auf Teneriffa ist der Vater ums Leben gekommen. Nun, mit 40 Jahren, fragt sich Simon, wo der Vater begraben wurde, seine Mutter und der Großvater haben nie mehr darüber gesprochen.
Kurz nachdem die Mutter seinem Vater die Schwangerschaft mitteilte, ist er eines Nachts verschwunden. Da Simon sich im Salon nicht überarbeitet, nie hat er mehr als vier Kunden am Tag, hat er viel Zeit, sich Gedanken zu machen. Am Ende des Romans weiß der Leser mehr als Simon!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Elke Heidenreich, Altern, Verlag Hanser Berlin, 112 Seiten, 20 €
Elke Heidenreich hat viele Bücher geschrieben, viele gelesen und überhaupt viel gelebt und erlebt. Zu fast jeder Lebenssituation fällt ihr ein Autor oder ein Buchtitel ein, der dazu passt. Fast könnte man meinen, es sei tröstlich, dass so etwas auch anderen passiert ist.
Wie kann es anders sein, dass ihr auch zum Thema „Altern“ im 81. Lebensjahr fast nur witzige oder humorvolle Stationen ihres Lebens einfallen, obwohl es damals bestimmt nicht so war. Trotzdem werden auch die ernsten oder peinlichen Themen ehrlich geschildert, sie schreibt, was sie erlebt hat, ohne etwas zu beschönigen.
Das Credo des Buches könnte heißen: Einfach möglichst gelassen weiterleben! Und „ Jung sein war schlimmer!“
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Heinrich Steinfest, Sprung ins Leere,
Piper Verlag, 24 €
Klara Ingold arbeitet im Kunsthistorischen Museum in Wien als Aufsicht in den Gemäldehallen. Aus Liebe zur Kunst und da sie das Geld nicht nötig hat, verbringt sie ihre Tage zwischen den Bildern, die sie verehrt. Als in einer Lagerhalle, die abgerissen werden soll, Kunstwerke ihrer Großmutter entdeckt werden, wird sie neugierig, da sie über deren Leben nichts weiß, außer, dass sie vor vielen Jahren die Familie verlassen hat. Beim Räumen der Halle findet sie ein Foto, das die Großmutter als junge Frau zeigt, wie sie von einem Balkon springt und eine Widmung, die vermuten lässt, dass sie nach Japan entschwunden ist.
Klara nimmt sich eine Woche Urlaub und reist nach Japan, nimmt sogar noch einen ständigen Besucher der Kunsthalle mit, der sich interessiert zeigt, mit ihr ein Abenteuer zu erleben. Nun beginnt eine wahnsinnige Spurensuche, mit sovielen Zufällen und Begegnungen, dass man es fast nicht glauben kann.
Diese tolle Geschichte löst sich tatsächlich auf, auch wenn die Steinfest-Sprache den Leser manchmal dazu bringt, einen Satz zwei- bis dreimal zu lesen. Der Einstieg ist verschachtelt, entfaltet dann aber wahre Sogkraft und ist ein spannender Galopp durch die Kunstgeschichte und durch Japan!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Jakob Augstein, Die Farbe des Feuers, Aufbau-Verlag, 24 €
In einer herrschaftlichen Villa in der Provence soll eine Hochzeit gefeiert werden. Die Braut, einzige Tochter eines deutschen Industriellen-Ehepaars, wird einen Adligen heiraten und hat eine bombastische Hochzeit in Haus und Garten mit großer Gesellschaft geplant.
Die Familie ist schon im Haus, man wartet auf den Bräutigam. Der ist Musiker, schreibt an einer Oper und wird auch zum Fest singen, für ihn wurde eigens ein Flügel bestellt. Der Hausherr, der mit Hilfe seines muslimischen Gärtners in Jahrzehnten einen wunderschönen Orangengarten angelegt hat, sorgt sich nur um den Garten.
Gerade jetzt wurde der Gärtner nach Paris gerufen, um seinen Bruder zu vertreten, der als Bauarbeiter mit am Dach der Kathedrale Notre-Dame arbeitet.
Was kann jetzt noch passieren, fragt sich der Leser? In diesem Familienroman sind alle Personen kultiviert und superreich, ziemlich dekadent, fahren die tollsten Autos, trinken den besten Rotwein,-aber warum sind alle unglücklich?
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Paul Auster, Baumgartner
Aus Amerika kam die Nachricht von Paul Austers Krebskrankheit, er ist nun 76 Jahre alt und lebt in einer Privatklinik in New York. Der Titel des Buches „Baumgartner“ ist der Name des Mannes, dessen Leben erzählt wird. Professor Seymour T. Baumgartner ist ein über siebzigjähriger emeritierter Philosophie Professor aus Princeton, der nun Bücher schreibt und sich an seine Jugend erinnert.
Er kommt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, seine Eltern führten eine schwierige Ehe, er besuchte das College und lebte während eines Studienaufenthalts in Paris. Das wichtigste in seinem Leben, das wie ein Blitz bei ihm einschlug, war die Liebe zu der Übersetzerin und Dichterin Anna. Mit ihr verbrachte er seine glücklichsten Jahre, bis sie vor zehn Jahren bei einem Badeunfall ertrank. Ihr Tod hat eine tiefe Lücke in seinem Leben hinterlassen, die nicht zu füllen ist.
Anna war wirklich seine bessere Hälfte, ohne sie ist sein Leben nichts mehr wert. Um sich zu trösten, wagt er sich endlich in ihr Arbeitszimmer, was er seit ihrem Tod nicht mehr betreten hat. Beim Lesen ihrer Tagebücher und Gedichte, erlebt er nochmal die Zeit mit ihr.
Trotz der Trauer von Baumgartner ist es ein warmherziges und tröstliches Buch, dass den Leser intensiv berührt . Sicher findet man viele Parallelen aus Austers Leben und dem seiner Frau Siri Hustvedt darin.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Sandmann, Elisabeth, Porträt auf grüner
Wandfarbe, Piper Verlag, 24 €
Dieser Roman über Generationen einer Familie ist spannend und von der Sprache her großartig. Er beginnt im Jahr 1918, als Ella im Hotel Schloss Elmau ihre Ausbildung beginnt und gleich auf eine Freundin trifft, die sie ihr Leben lang begleiten wird.
Sie teilen alle ihre Geheimnisse, auch über Länder, Kriege und Männer hinweg. Jahrzehnte später findet eine Enkelin die Tagebücher von Ella und der Leser erfährt, was in beider Leben alles geschehen ist.
Die Zeitreise führt durch die Weltgeschichte, los geht es in den Voralpen, weiter nach Berlin, England, Florenz und an die Ostsee.
Dies alles ist packend und lebendig geschrieben, man kann es kaum aus der Hand legen, man möchte wissen, was alles passiert ist! Vor allem die tollen Frauen der Familie werden einfühlsam und genau beschrieben und man hätte sie gerne alle kennengelernt!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Andreas Pflüger, Wie sterben geht, Suhrkamp Verlag, 25 €, 444 Seiten
Der Kriminalschriftsteller Andreas Pflüger hat einen brisanten Polit-Thriller geschrieben, bei dem gleich zu Anfang die Glienicker Brücke, die als „Brücke der Spione“ bekannt wurde, in die Luft gesprengt wird.
Hier wurden im „Kalten Krieg“ einige Agenten ausgetauscht und hier muss nun in den Achtzigerjahren die Analystin des BND Nina, einen russischen Meisterspion austauschen, der auch noch der Vater ihres heimlichen Geliebten ist.
Diese Aktion läuft gnadenlos schief und Nina muss schauen, wie sie aus dieser Situation noch lebend herauskommt.
Nach und nach erfährt der Leser, wie sie als Schreibtischagentin angeworben wurde und in Moskau zur Topspionin wurde!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Tonio Schachinger, Echtzeitalter,
Rowohlt Verlag, 24 €
Der österreichische Autor hat mit diesem meisterhaften Roman den Deutschen Buchpreis 2023 gewonnen!
Hier erzählt der nun 31jährige aus der Sicht des Schülers Till, der eine Eliteschule in Wien besucht, die ihren Schülern echt Habsburgische Tradition aufzwingt. Vor allem der besonders strenge Deutschlehrer verbreitet Angst und Schrecken und schafft es, dass die Schüler die Literatur hassen lernen. Vor allem Till will nicht lesen, sondern ist süchtig nach Computerspielen, besonders seinem Lieblingsspiel „Age of Empire2“, bei dem er sogar der weltbeste Spieler der Gamingszene wird!
Auch Leser, die kein Interesse an Computerspielen haben, werden durch diese vielschichtige, und pointenreiche Sprache hier ihr Vergnügen finden!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
James Haynes, Ich, Sperling, DTV Verlag, 592 Seiten, 28 €
Im 4. Jahrhundert nach Christi wächst im spanischen Carthago Nova ein namenloser Waisenjunge unter unmenschlichen Lebensbedingungen auf.
Keiner weiß, wo er her kommt, aber eines Tages landet er in einem Bordell, muss dort hart arbeiten und in der Küche helfen. Eine der „Wölfinnen“, die im Obergeschoß des Hauses ihrem „Geschäft“ nachgehen, nimmt sich seiner an und gibt ihm den „Kosenamen“ Sperling!
Heimlich bringt sie ihm das Sprechen, Schreiben und Lesen bei und erzählt ihm, dass er sich, in schwierigen Momenten, gedanklich in die Lüfte heben kann, wie ein Sperling.
Dies hilft ihm, sein furchtbares Schicksal zu ertragen.
Obwohl der Roman den Leser in eine Welt harter Realität führt, hat er faszinierende Sätze von eindringlicher Wirkung, die einen nicht loslassen.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Meir Shalev, Erzähl´s nicht deinem Bruder, Diogenes Verlag, 305 Seiten, 25 €
Einmal im Jahr besucht Itamar, der seid langem in den USA lebt, seinen Bruder Boas in Israel. Es ist ein Ritual, dass sie sich einen Abend lang, bei gutem Essen und Getränken über früher, ihre Eltern und die Familie unterhalten.
Doch diesmal erzählt Itamar seinem Bruder eine Geschichte über eine Nacht voller Leidenschaft, mit einer Frau, die sein Leben verändert hat. Hier wird mit viel Humor das eigentlich tragische Leben einer Familie erzählt und welchen Einfluss es auf die Brüder hat.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Josephine Tey, Der letzte Zug nach Schottland, Kampa Verlag, 23 €, 336 S.
Dies ist der wiederentdeckte Roman der schottischen Autorin Elizabeth MacKintosh, die 1962 in London gestorben ist und die unter Pseudonym ihre Krimis schrieb. Sie gilt als eine Berühmtheit in der Reihe der Kriminalschriftstellerinnen, wie etwa Agatha Christie oder Val McDermid.
Gemächlich reist Inspector Grant vom Scotland Yard mit dem Zug zu seiner Schwester nach Schottland. Er will eine Auszeit nehmen, die herrliche Landschaft genießen und angeln. Er bekommt mit, wie der Schaffner im Nebenabteil versucht, einen Mitreisenden zu wecken. Dies gelingt aber nicht, da der Mann tot ist! Obwohl er hier nicht zuständig ist, weckt die rätselhafte Situation das Interesse des Inspectors.
Auf einer im Abteil liegenden Zeitung entdeckt er ein handgeschriebenes Gedicht, nimmt es mit und versucht, während seines Aufenthalts in Schottland, die Wahrheit hinter dem Mord zu entdecken. Von der betulichen Atmosphäre im Roman sollte man sich nicht täuschen lassen, es wird außerordentlich spannend!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Ewald Frie, Ein Hof und elf Geschwister,
C.H.Beck Verlag, 23 €
Für die Geschichte seiner Familie hat der Autor, der Geschichtsprofessor in Tübingen ist, seine zehn Geschwister befragt.
Diese sind in der Zeit zwischen 1944 und 1969 geboren und geben ihre Eindrücke und Erlebnisse vom bäuerlichen Leben auf dem Hof im Münsterland wieder. So erfahren wir vom Wandel der mühseligen Arbeit, die vor allem der Vater sein Leben lang auf dem Hof leistete und den späteren Veränderungen durch die Technologie.
Die Leistung der streng katholischen Mutter, die alle zwei Jahre ein Kind bekam, die die Vorratshaltung und die Helfer auf dem Hof beaufsichtigte und dafür sorgte, dass alle Kinder in der Schule und im Beruf voran kamen, wird besonders gewürdigt.
Für diese persönliche Familiengeschichte, die aus Fakten besteht und anschaulich und liebenswert den Abschied der bäuerlichen Gesellschaft beschreibt, erhielt der Autor im Juni den Deutschen Sachbuchpreis 2023!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Alexander Oetker, Sonntags am Strand,
Atlantik Verlag, 20 €
Vier ganz unterschiedliche Paare wollen sich, mitten im August in Italien, an einem perfekten Sommertag, einen erholsamen Tag in ihrem Lieblings Bagno machen.
Noch ahnt keiner, welche Überraschungen dieser Tag bringt, sei es die Liebe, sei es eine neue Bekanntschaft, ein köstliches Spaghettigericht oder ein lang gehegter Traum, der in Erfüllung geht!
Diese kleine Erzählung eignet sich gut für einen Tag am Strand oder im Liegestuhl in der Sonne!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Die marmornen Träume, Tropen Verlag,
26 €, 780 Seiten
Jean-Christophe Grangé wird international als Meister der französischen Spannung bezeichnet. Mit Büchern wie “Die purpurnen Flüsse“ und „Der Flug der Störche“ hat er Krimis mit Sogwirkung geschrieben, die meist auch verfilmt wurden.
Dieser historische Berlin-Thriller beginnt 1936, während die Welt dem Zweiten Weltkrieg entgegen steuert und sich die Nazi-Elite zum Champagner im Adlon trifft. Eine auf drastische Weise ermordete Frauenleiche wird im Park gefunden und die Tatspuren beweisen den Ermittlern, dass der Täter aus den höchsten Kreisen der Führung kommen muss. Ein bekannter Psychoanalytiker, eine Psychiaterin und ein SS-Offizier werden in diese Mordgeschichte aus den verschiedensten Gründen hineingezogen und versuchen, den Mord zu klären.
Ein tiefschwarzer Thriller um die Deutsche Geschichte, nichts für schwache Nerven!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Mitglied des Vorstands FuF
Daniel Glattauer, Die spürst du nicht, Zsolnay Verlag, 25 €
Der Autor der erfolgreichen E-Mail-Romane „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“, spricht hier das Thema Flüchtlingskrise und unsere Gesellschaft an.
In der Toskana teilen sich zwei wohlhabende Familien in den Sommerferien eine Villa mit Pool. Die 14jährige Tochter der einen Familie wollte unbedingt ein Mädchen aus ihrer Klasse, das mit den Eltern aus Mogadischu geflüchtet ist, mitnehmen und ihr in den Ferien das Schwimmen beibringen. Gleich am ersten Abend ertrinkt das Mädchen im Pool, wo sie unbemerkt noch einmal reingegangen ist.
Von der Presse wird dieser tragische Unfall von allen Seiten beleuchtet. Man wird sich wundern, wie diese Sache ausgeht!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters,
Mitglied des Vorstands FuF
Andreas Eschbach,
Der schlauste Mann der Welt,
Lübbe Verlag, 22 €
„Heute ist der letzte Tag meines Lebens“, denkt Jens Leunitz, während er auf der Terrasse eines Luxushotels sitzt und seine phantastische Lebensgeschichte in einen Computer eingibt.
Gleich wird ihm ein üppiges Frühstück serviert, so, wie er es seit fast vierzig Jahren gewohnt ist. Lachs, Schinken, frische Brötchen, eine Schale Obst und ein Glas Champagner. Wie hat er sich dieses Leben verdient, obwohl er sich selbst für faul hält, keine Begabungen oder besonderen Fähigkeiten hat und sich fast sein ganzes Leben lang nur um seine persönlichen Bedürfnisse gekümmert hat.
Genau einmal hat er in seinem Leben einen tollen Treffer gelandet, der ihm ermöglichte, ein ausschweifendes Leben zu führen und die große Welt des Luxus zu genießen.
Vielleicht können wir hier ja noch etwas dazulernen!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Arno Geiger, Das glückliche Geheimnis, Hanser Verlag, 25 €
Hier gibt der österreichische Romanautor ganz persönliche und emotionale Dinge aus seinem Leben preis, mit deren Hilfe er nicht zuletzt zum erfolgreichen Schriftsteller geworden ist.
Vor Jahren begann er, früh am Morgen mit dem Fahrrad unterwegs, die Papiercontainer seiner Heimatstadt Wien zu durchsuchen. Immer auf der Suche nach weggeworfenen Büchern, Briefen, Fotos und Tagebüchern.
Teilweise verkaufte er die gefundenen Sachen auf Flohmärkten und Auktionen und lebte von den Verkäufen. Manchmal sind richtige Schätze dabei, in erster Linie aber benutzt er die Geschichten anderer Menschen, um sein eigenes Leben besser verstehen zu können.
Diese gefundenen Geheimnisse haben für ihn eine magische Anziehungskraft. Jetzt erzählt er davon mit viel Witz und Einfühlungsvermögen und aus diesem Stoff wird Literatur!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Jean-Baptiste Andrea, Von Teufeln und Heiligen, btb Tb, 12 €
In Frankreich war dieser Roman in den letzten Monaten das Lieblingsbuch der BuchhändlerInnen, ich kann es nur bestätigen, es liest sich toll!
Auf den Pariser Bahnhöfen spielt ein alter Mann auf dem Klavier, nicht des Geldes wegen, sondern weil er auf eine Frau wartet, die seine große Liebe ist. Irgendwann hofft er, wird sie vorbeikommen. Kennengelernt hat er sie vor vielen Jahren in einem Waisenhaus, wo die Kinder, unter scheinheiligen Priestern die Hölle erlebten und sich nur durch Freundschaft und Liebe untereinander retten konnten.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Charlotte Roth, Die Wintergarten-Frauen, Der Traum beginnt, Droemer Verlag Tb 14,99 €
Dies ist der erste Band einer neuen Reihe der Autorin über starke Frauen in den 1920er Jahren in Berlin.
Das Varieté „Wintergarten“ bringt alles auf die Bühne, was das Herz begehrt, Kabarett, Musik, Tanz und Zauberei. Auch die junge Nina von Veltheim, aufgewachsen in der Provinz, ist fasziniert und wünscht sich nichts sehnlicher, als dort einmal Regie führen zu dürfen. Sie setzt alles daran, sich diesen Traum erfüllen zu können. Sie zieht aus der Uckermark nach Berlin und findet schnell Freundinnen und einen Kreis von jungen Künstlern, die mit ihr den Traum vom Theater verwirklichen wollen.
Trotz anfänglichem naiven Optimismus, Armut, Hunger und Wohnungsnot, sieht es so aus, als würde diese bunt zusammen gewürfelte Künstlerclique ihren Weg machen.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Martin Mosebach, Taube und Wildente, DTV Verlag, 24 €
Dieser neue Roman des Bestsellerautors erzählt die Geschichte einer Ehe und eines Gemäldes aus dem 19. Jahrhundert, dessen Motiv eine Taube und eine Wildente ist.
Im Landhaus der Familie in der Provence hängt es seit Jahrzehnten, aber plötzlich wird es zum Mittelpunkt eines Ehestreits. Ruprechts Frau Marjorie hat es von ihrem Großvater geerbt und will das Gemälde verkaufen, um mit dem Geld das marode Dach des Landhauses zu sanieren, während ihr Ehemann, für den es plötzlich eine wichtige Bedeutung bekommen hat, es behalten will.
Wie sich dieses Problem lösen lässt, wird hervorragend und mit großer Spannung bis zum Schluss erzählt!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Pascale Quiviger, Eckstein,
Verlag Atlantis, 20 €
Prinz Tibald aus dem kleinen Königreich Eckstein segelt mit seiner Mannschaft zwei Jahre durch die südlichen Meere. Neben vielen Schätzen aus den fernen Ländern befindet sich eine Frau auf dem Schiff, die sich als blinde Passagierin an Bord geschlichen hat, um dem Sklaventum in ihrem Land zu entkommen.
Schnell stellt der Prinz fest, dass sie nicht nur klug und schön ist, sondern auch gut mitarbeiten kann und auftretende Probleme geschickt löst. Er möchte sie mitnehmen auf sein Schloss, wo sein skrupelloser Bruder auf ihn wartet und selbst König werden möchte. Bis dahin ist es noch ein mühsamer Weg und es lauern zahllose Gefahren.
Diese phantastische Abenteuer-Saga ist für Leser von 12-99 Jahren ein wahres Vergnügen. Witzige Dialoge und irre Ideen in der Handlung machen daraus einen großen Spaß!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Melzer, Lea,
Du, ich hab nachgedacht,
Piper Taschenbuch, 15 €
In diesem unterhaltsamen Roman versuchen vier Freundinnen, die Liebe und Beziehungen in ihrem Leben gar nicht erst kompliziert werden zu lassen!
Als Jugendliche haben sie bereits eine Vereinbarung getroffen, dass sie sich nie von Männern abhängig machen. Sie treffen sich alle fünf Jahre zum großen Schlussmachen, damit man auch ganz sicher ist, dass alle dabeibleiben.
Bis jetzt hat es gut geklappt. Doch an diesem Wochenende droht der Pakt zu brechen und das Thema Liebe und Partnerschaft muss neu überdacht werden!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Joshi Alka, Die Hennakünstlerin,
Harper Collins, Tb 13 €
In den 1950er Jahren flieht die siebzehnjährige Inderin Lakshmi aus ihrer gewaltsamen Ehe in die Großstadt nach Jaipur. Sie muss ich alleine durchschlagen und hat mit ihrem Können in der Kunst der Hennamalerei und ihrer Willenskraft langsam Erfolg bei den reichen Damen.
Hier erfährt sie auch so manches Geheimnis aus der wohlhabenden Gesellschaft, muss aber über ihre eigene Herkunft schweigen. Als ihr Mann sie findet, bringt er ihre dreizehnjährige Schwester mit, von der sie bisher nichts wusste, da sie auch den Kontakt mit ihren Eltern abgebrochen hatte. Sie nimmt sie bei sich auf und muss nun ihr Leben nochmal neu planen.
Dieser fesselnde Roman schildert die Rolle der Frau in der indischen Gesellschaft und unterhält auf spannende Art und Weise!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Wolf Harlander, Schmelzpunkt, Rowohlt TB,
512 Seiten, 17 €
Der Inuk Nanoq führt in Grönland Touristen durch das Eis und bemerkt immer öfter seltsame Dinge! Verendete Fische und schmelzende Gletscher bereiten ihm Sorgen und verändern das Leben in der Arktis.
Eine Polarforscherin, die von ihrem deutschen Institut dorthin geschickt wird, untersucht mit ihm diese Ereignisse und macht furchtbare Entdeckungen auf Island und im Polargebiet.
Dieser actiongewaltige Ökothriller ist spannend und informativ zugleich!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Franziska Fischer,
In den Wäldern der Biber,
Dumont Verlag, 22 €
Nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund, steht Alina plötzlich ohne Wohnung da und weiß nicht, wohin. Auch ihr Job in Frankfurt, den sie nie gerne ausgeübt hat, gefällt ihr nicht mehr und sie fährt spontan zu ihrem Großvater in ein kleines Dorf in Brandenburg.
Hier, in ländlicher Idylle, die sie als Kind erlebt hat, will sie nachdenken, wie ihr Leben weitergehen soll. Obwohl sie ihren Großvater lange nicht gesehen hat, fühlt sie sich in seinem Haus am Waldrand, dem Leben auf dem Dorf und der umliegenden Natur sofort heimisch.
Als sie dann auch noch ihre Freunde von früher wiedersieht, entdeckt sie, was ihr im Leben wirklich wichtig ist.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Judith W. Taschler
Über Carl reden wir morgen
Zsolnay Verlag, 24 €
Dieses Familiendrama über drei Generationen vereint spannend alle Elemente eines Liebes- und Heimatromans sowie später auch eines Kriegs- und Auswandereromans.
Er spielt in Wien und im Mühlviertel, in der Heimat der Autorin, und spiegelt das karge Leben auf dem Land und das harte Los der Menschen damals. Vor allem die Frauen werden sehr einfühlsam beschrieben, prägen sie doch stark das Schicksal der Müllerfamilie.
Im Winter 1918 steht plötzlich Carl, der Sohn und Bruder, den man im Krieg gefallen wähnte, plötzlich wieder vor der Tür. Sogar sein Zwillingsbruder Eugen, der nach Amerika ausgewandert ist, kommt daraufhin zurück, um ihn zu sehen. Die Leute im Dorf dürfen davon nichts erfahren und es ist abenteuerlich zu lesen, wie die Familie damit umgeht.
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Hanya Yanagihara, Zum Paradies,
Claassen Verlag, 30 €
Der neue, ca. 900 Seiten starke Roman der Autorin des vielbeachteten Vorgängers „Ein wenig Leben“, ist wieder ein mitreißender, spannender Roman für Leser mit viel Geduld geworden. Diesmal geht es um drei Jahrhunderte Amerikanische Geschichte, beginnend in 1893, weiter geht es in 1993 und endet in 2093.
Hier wird die mögliche Zukunft und das tägliche Leben der Gesellschaft dieser Zeit mit viel Erfindungskraft, Phantasie und einem außergewöhnlichen Sprachtalent beschrieben. Und alle Generationen sind auf dem Weg zu ihrem Paradies!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF
Chris Whitaker, Von hier bis zum Anfang, Piper Verlag, 22 €
In einer Kleinstadt in Kalifornien wurde vor 30 Jahren ein fünfjähriges Mädchen mit dem Auto angefahren und verstarb.
Nun kommt der angebliche Mörder aus der Haft nach Hause und wird von den Bürgern mit gemischten Gefühlen beäugt. Die 13 jährige Duchess kümmert sich um ihre depressive Mutter, die den Tod ihrer kleinen Schwester mit Drogen, Alkohol und Männern zu überwinden versucht.
Nach und nach erfährt man Dinge aus der Vergangenheit, die die ganze Geschichte in einem anderen Licht zeigen.
Die Leser des Bucherfolgs vom letzten Jahr „ Der Gesang der Flusskrebse“, dürfen sich freuen und werden über diesen anrührenden Roman begeistert sein!
Empfohlen von Birgitt Schweren-Wolters, Vorstand FuF